Rissige Fersen pflegen und vorbeugen

Gepflegte, geschmeidige Fersen nach der Pflege auf einem weichen Handtuch.

Rissige Fersen pflegen und vorbeugen

Rissige Fersen entstehen, wenn die Haut an der Ferse zu trocken, verhornt und unelastisch wird und unter dem Druck beim Gehen aufreißt. Regelmäßiges Eincremen mit rückfettenden und feuchtigkeitsbindenden Pflegeprodukten, sanftes Entfernen der Hornhaut und geschlossenes, gut sitzendes Schuhwerk machen die Haut wieder geschmeidig. Dieser Ratgeber erklärt, warum Fersen rissig werden, wie Sie sie pflegen und wie Sie neuen Rissen vorbeugen.

Warum werden Fersen rissig?

Rissige Fersen entstehen fast immer aus einer Kombination von trockener Haut und Druck. Wird die Haut an der Ferse zu trocken und verhornt, verliert sie ihre Elastizität. Beim Gehen dehnt sich das Fußpolster seitlich aus, und die spröde, unnachgiebige Haut reißt ein. Offene Schuhe, langes Stehen und Übergewicht verstärken diese Belastung zusätzlich.

Trockene Haut ist der Ausgangspunkt. Laut dem offiziellen Gesundheitsportal gesund.bund.de können Umweltfaktoren wie Kälte, niedrige Luftfeuchtigkeit und trockene Heizungsluft im Winter die Haut leicht austrocknen, ebenso höheres Alter und häufiges, heißes Duschen. An der Ferse, wo die Haut ohnehin dick und wenig durchfeuchtet ist, macht sich dieser Feuchtigkeitsmangel besonders schnell bemerkbar.

Rissige Fersen, medizinisch Rhagaden oder Fissuren genannt, sind Einrisse in der verhornten Haut der Ferse, die von feinen oberflächlichen Linien bis zu tiefen, schmerzhaften und manchmal blutenden Spalten reichen. Sie sind meist ein kosmetisches und komfortbezogenes Problem, können aber tiefer reißen und sich entzünden. Die folgende Tabelle ordnet die häufigsten Auslöser ein.

Ursache Wie sie wirkt Typische Situation
Trockene Haut Haut verliert Feuchtigkeit und Elastizität Winter, Heizungsluft, häufiges heißes Duschen
Offene Schuhe Ferse ohne Halt, Haut trocknet und dehnt sich Sandalen, Barfußlaufen im Sommer
Langes Stehen Dauerdruck auf das Fersenpolster Stehberufe, harte Böden
Übergewicht Mehr Druck spreizt das Fußpolster Zunehmende Belastung der Ferse
Höheres Alter Haut wird dünner und trockener Nachlassende Feuchtigkeit und Elastizität

Auch eine ausgeprägte Hornhaut an der Ferse begünstigt Risse, weil die verdickte Schicht steifer ist und weniger nachgibt. Wer viel auf harten Böden steht oder oft in offenen Schuhen läuft, kennt das Problem besonders gut. Wie sich Druck und Reibung sonst noch auf die Füße auswirken, lesen Sie im Beitrag über Blasen und Druckstellen.

Nahaufnahme einer trockenen Ferse mit rissiger, verhornter Haut.

Wie pflege ich rissige Fersen richtig?

Rissige Fersen pflegen Sie am besten in drei Schritten: die Haut in einem lauwarmen Fußbad aufweichen, überschüssige Hornhaut sanft abtragen und danach großzügig mit einer rückfettenden, feuchtigkeitsbindenden Creme eincremen. Wichtig ist die Regelmäßigkeit. Einmaliges Eincremen bringt wenig, tägliche Pflege macht die Haut über Wochen wieder geschmeidig.

Beim Eincremen kommt es auf Zeitpunkt und Produkt an. Die amerikanische Dermatologenvereinigung AAD empfiehlt, mehrmals täglich einzucremen und die Creme aufzutragen, solange die Haut nach dem Waschen noch leicht feucht ist, weil Salben und Cremes die Feuchtigkeit besser einschließen als dünne Lotionen. Nach dem Baden gilt: die Haut sanft trocken tupfen statt kräftig zu rubbeln, um die empfindliche Fersenhaut nicht zu reizen.

Auf die Inhaltsstoffe kommt es ebenfalls an. Laut gesund.bund.de stellen rückfettende Substanzen wie Ceramide und freie Fettsäuren die Fettschicht der Haut wieder her, während feuchtigkeitsbindende Stoffe wie Glyzerin oder Urea (Harnstoff) Feuchtigkeit in der Haut binden. Cremes mit Urea haben sich bei rissigen Fersen besonders bewährt, weil Harnstoff die verhornte Haut zusätzlich aufweicht.

Schritt So geht es Warum es hilft
Aufweichen Lauwarmes Fußbad für 10 bis 15 Minuten Macht Hornhaut weich und leichter abtragbar
Hornhaut abtragen Bimsstein oder Feile sanft über die feuchte Ferse Reduziert die steife, reißende Hornschicht
Eincremen Urea- oder rückfettende Creme auf feuchte Haut Bindet Feuchtigkeit, macht die Haut elastisch
Über Nacht pflegen Dick eincremen, Baumwollsocken darüber Lässt die Creme intensiv einwirken

Tragen Sie Hornhaut nur behutsam und nie mit scharfen Klingen ab, sonst reizen Sie die Haut zusätzlich. Ein Bimsstein oder eine Fußfeile auf der leicht feuchten Ferse reicht völlig. Übertreiben Sie es nicht: Ein Mindestmaß an Hornhaut schützt die Ferse. Ziel ist eine gepflegte, geschmeidige Haut, kein völlig glatt geschmirgelter Fuß.

Wie oft Sie pflegen sollten, hängt vom Zustand der Haut ab. Sind die Fersen bereits deutlich rissig, ist tägliches, oft sogar zweimal tägliches Eincremen sinnvoll, bis sich die Haut sichtbar erholt hat. Danach genügt meist eine Erhaltungspflege am Abend. Geduld gehört dazu: Verhornte, eingerissene Fersenhaut braucht mehrere Wochen, um sich vollständig zu regenerieren, weil sich die oberste Hautschicht nur langsam erneuert.

Ein häufiger Fehler ist, nur zu cremen, wenn die Risse schon schmerzen, und danach wieder aufzuhören. So kommt die Haut nie richtig zur Ruhe. Wirksamer ist eine feste, kurze Routine: nach dem Duschen oder vor dem Schlafengehen die Fersen eincremen, unabhängig davon, ob sie gerade gut oder schlecht aussehen. Diese Regelmäßigkeit bringt langfristig mehr als eine gelegentliche Intensivkur.

Infografik zeigt die drei Schritte Aufweichen, Hornhaut abtragen und Eincremen bei rissigen Fersen.

Die folgende Infografik fasst die drei Schritte zusammen, die rissige Fersen am zuverlässigsten geschmeidig machen.

Welche Rolle spielen Fußbäder und Schuhwerk?

Ein lauwarmes Fußbad bereitet die Haut auf die Pflege vor, indem es Hornhaut aufweicht und die Durchblutung anregt. Das Schuhwerk entscheidet dagegen mit, ob Risse überhaupt entstehen: Geschlossene, gut sitzende Schuhe mit gepolsterter Ferse schützen die Haut, während ständig offene Schuhe die Ferse austrocknen und die Belastung erhöhen.

Beim Fußbad gilt lauwarm statt heiß und nicht zu lange. Zu heißes und zu häufiges Baden entzieht der Haut Fett und trocknet sie weiter aus, weshalb gesund.bund.de rät, ein Vollbad nicht länger als etwa fünf Minuten zu nehmen. Für die Füße reichen 10 bis 15 Minuten lauwarmes Wasser, gerne mit einem rückfettenden Zusatz. Direkt danach eincremen, solange die Haut noch aufnahmefähig ist.

Das richtige Schuhwerk beugt vor. Geschlossene Schuhe mit fester, gepolsterter Fersenkappe halten die Ferse an ihrem Platz und dämpfen den Druck beim Auftreten. Zu weite Schuhe, in denen der Fuß rutscht, und harte Sohlen fördern dagegen Hornhaut und Risse. Worauf es besonders im höheren Alter ankommt, lesen Sie im Beitrag über Schuhwerk für Senioren.

Hände tragen eine reichhaltige Creme auf die trockene Ferse auf.

Wie beuge ich rissigen Fersen vor?

Vorbeugen ist einfacher als heilen. Cremen Sie Ihre Füße regelmäßig ein, bevor die Haut trocken und rissig wird, tragen Sie überschüssige Hornhaut in Maßen ab und tragen Sie geschlossene Schuhe, die die Ferse stützen. Ausreichend trinken und eine ausgewogene Ernährung unterstützen die Haut von innen. So bleibt die Fersenhaut geschmeidig und reißt seltener ein.

  • Täglich eincremen: Abends eine rückfettende oder Urea-Creme auf die Fersen auftragen.
  • Hornhaut kontrollieren: Regelmäßig, aber sanft mit Bimsstein oder Feile in Maßen abtragen.
  • Geschlossene Schuhe: Vor allem im Sommer nicht nur in offenen Sandalen laufen.
  • Genug trinken: Eine gute Flüssigkeitszufuhr unterstützt die Hautfeuchtigkeit.
  • Nicht zu heiß baden: Lauwarmes Wasser und kurze Bäder schonen die Hautbarriere.

Wer viel steht oder unter trockener Haut leidet, sollte die Pflege zur festen Gewohnheit machen. Ein kurzer Griff zur Creme am Abend genügt meist, um Rissen zuvorzukommen. Treten trotz Pflege wiederholt Fersenschmerzen auf, kann auch eine andere Ursache dahinterstecken, wie im Ratgeber zu Fersenschmerzen beim Gehen beschrieben.

Wann zum Arzt?

Oberflächlich rissige Fersen lassen sich meist gut selbst pflegen. Tiefe, schmerzende oder blutende Risse, Anzeichen einer Entzündung wie Rötung, Wärme oder Eiter sowie Risse, die trotz konsequenter Pflege nicht abheilen, gehören dagegen ärztlich oder podologisch abgeklärt. Besondere Vorsicht gilt bei Diabetes und Durchblutungsstörungen.

Menschen mit Diabetes sollten ihre Füße besonders aufmerksam beobachten. Laut gesund.bund.de können trockene Füße und vermehrte Hornhautbildung erste Hinweise auf einen diabetischen Fuß sein, und schon kleine Verletzungen sollten behandelt werden, um chronische Wunden zu vermeiden. Bei verminderter Empfindung oder Durchblutung können aus harmlos wirkenden Rissen ernste Wunden werden.

  • Tiefe oder blutende Risse: Schmerzhafte Spalten, die aufbrechen oder bluten.
  • Zeichen einer Entzündung: Rötung, Schwellung, Wärme, Nässen oder Eiter.
  • Diabetes oder Durchblutungsstörung: Fußprobleme immer frühzeitig abklären lassen.
  • Keine Besserung: Risse, die trotz konsequenter Pflege nicht abheilen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Für eine Diagnose und einen Behandlungsplan wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, Ihre Podologin oder Ihren Podologen.

Häufig gestellte Fragen

Was hilft schnell gegen rissige Fersen?

Am schnellsten hilft die Kombination aus lauwarmem Fußbad, sanftem Abtragen der Hornhaut und großzügigem Eincremen mit einer Urea-Creme. Cremen Sie abends dick ein und ziehen Sie Baumwollsocken darüber, damit die Pflege über Nacht einwirkt. Nach einigen Tagen konsequenter Pflege wird die Haut spürbar geschmeidiger.

Welche Creme ist bei rissigen Fersen am besten?

Bewährt haben sich rückfettende Cremes mit Harnstoff (Urea), oft in Konzentrationen um 10 Prozent für die Fersen. Harnstoff bindet Feuchtigkeit und weicht die verhornte Haut auf. Zusätzlich helfen Inhaltsstoffe wie Ceramide oder Glyzerin. Tragen Sie die Creme am besten auf die noch leicht feuchte Haut auf.

Warum bekomme ich immer wieder rissige Fersen?

Meist steckt anhaltend trockene Haut dahinter, oft verstärkt durch offene Schuhe, langes Stehen, häufiges heißes Duschen oder trockene Heizungsluft. Auch höheres Alter und Übergewicht spielen eine Rolle. Ohne regelmäßige Pflege trocknet die Fersenhaut immer wieder aus und reißt erneut ein. Deshalb ist tägliche Vorbeugung entscheidend.

Darf ich Hornhaut an der Ferse selbst entfernen?

Ja, in Maßen. Tragen Sie die Hornhaut sanft mit einem Bimsstein oder einer Feile auf der leicht feuchten Ferse ab, niemals mit scharfen Klingen. Entfernen Sie nicht die gesamte Hornhaut, denn ein Mindestmaß schützt die Ferse. Bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen überlassen Sie das besser der medizinischen Fußpflege.

Können rissige Fersen gefährlich werden?

In der Regel sind sie harmlos, können aber tiefer reißen, schmerzen und sich entzünden. Gefährlicher sind sie bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen, weil dann aus kleinen Rissen schlecht heilende Wunden entstehen können. In diesen Fällen und bei Entzündungszeichen sollten Sie die Fersen ärztlich abklären lassen.

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